Internationale Wirtschaftsbeziehungen

12/06/ · Helmut Scholz, handelspolitischer Koordinator der Linksfraktion GUE/NGL im Europäischen Parlament, im Plenum:

Quellentext Ein Prinzip auf Talfahrt? Protektionismus bietet Schutz vor gesundheits- oder umweltgefährdenden Einfuhren und unfairen Handelspraktiken.

Klassische Außenhandelstheorien

Soweit galt unser Interesse den Ursachen und Wirkungen des internationalen Handels und den Folgen handelsdiskriminierender Maßnahmen. Als Ursachen des Handels wurden Unterschiede in der Nachfragestruktur, in der Technologie oder in der Faktorausstattung zwischen den .

Denn in der Tat kann Amerika von der weltweiten Arbeitsteilung nicht mehr so selbstverständlich profitieren wie früher. Jahrzehntelang diktierte Amerika dem Rest der Welt die Handelsbedingungen, der Dollar dominierte, die US-Firmen konnten ihre technischen Standards durchsetzen, die Arbeiter ausländischer Werke waren Zulieferer, noch keine Wettbewerber. Heute - Anm. Die Zulieferer von einst treten nun vielfach als selbstständige Konkurrenten auf. Wenn es in Deutschland eine Gerechtigkeitslücke gibt, klafft in der Mitte Amerikas ein Gerechtigkeitsloch.

Zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 70 Prozent aller Vermögenswerte. Als Vertreter der Freihandelsschule genoss er bisher einen untadeligen Ruf. Die neuen Produktionsanlagen im chinesischen Jangtse-Delta und im mexikanischen Grenzland seien der Beginn, nicht das Ende einer Entwicklung, sagt er nun mit drohendem Unterton. Mit geradezu atemberaubendem Tempo würden sich ehemalige Dritte-Welt-Länder in die Hochtechnologiebranchen Software, Pharmazie und Biotechnologie hocharbeiten.

Entgegen der bisherigen Freihandelstheorie werde das heutige Amerika von dieser Entwicklung nicht profitieren, sondern im Gegenteil schweren Schaden nehmen. Blinder rechnet vor, dass in den nächsten zehn bis 20 Jahren bis zu 40 Millionen US-Jobs verlorengehen werden, darunter viele gutbezahlte Arbeitsplätze für Angestellte. Wohl aber plädieren sie für eine Handelspolitik, die Chinesen, Indern und Mexikanern im Gegenzug zur Marktöffnung in Amerika etwas abverlangt - hohe Umweltstandards zum Beispiel, den Aufbau eines eigenen Sozialstaats oder aber die Freigabe ihrer Währungen.

In bilateralen Handelsverträgen, also nicht mehr in dem einen weltumspannenden Werk, soll dann versucht werden, den Handel frei und fair zu gestalten. Quellentext Vorteilsabwägung Argumente für Freihandel Freihandel fördert Wettbewerb und Innovationsdynamik und bindet nicht Kapital und Arbeitskräfte in "alten" Produktionszweigen. Freihandel sichert langfristig Arbeitsplätze. Freihandel verbilligt Verbraucherpreise und Vorprodukte. Die Errichtung von Einfuhrhemmnissen provoziert Vergeltung "Handelskrieg".

Argumente für Protektionismus Protektion kann einseitige Spezialisierung verhindern. Protektionismus bietet Schutz vor gesundheits- oder umweltgefährdenden Einfuhren und unfairen Handelspraktiken. Protektion kann Strukturanpassungsprozesse verlangsamen und sozial abfedern. Politisch und militärisch wichtige Industrien bleiben erhalten Argument der Versorgungssicherheit. Zölle und Steuern auf Importe sind Einnahmequellen für den Staatshaushalt. Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau.

Die Insassen steigen aus, gehen in eine angrenzende Halle. Dort tragen viele Maschinen rote Aufkleber. Sie zeugen vom abrupten Ende der Handyproduktion in Deutschland. Nun werden sie versteigert. Es ist ein Lehrstück über den entfesselten Kapitalismus - und über Managementfehler, enttäuschte Hoffnungen und gierige Finanzinvestoren. Doch der Schlussakkord entpuppte sich als Auftakt einer neuen Krise. Bei der Berechnung erwies sich der Käufer jedoch als kreativ. Statt eines "niedrigen zweistelligen Millionenbetrags", den Gut einkalkuliert hatte, verlangte KS Plastic bis zu 40 Millionen Euro - zu viel für Balda.

Anfang März war von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit die Rede. Vergessen waren die Erfolgsmeldungen, die Investoren gelockt hatten. Damals, vor gut einem Jahr, ging es nicht um das Stammgeschäft. Die Aktie, die am Freitag bei 2,23 Euro notierte, stieg auf mehr als zwölf Euro. Auch der illustre Hedgefonds-Manager Florian Homm stieg aus.

Für die Handyschalenproduktion hat Balda nun doch einen Käufer gefunden. Anfang dieser Woche verlautete, dass der Hamburger Sanierungsspezialist Hanse Industriekapital das Geschäft mit Mitarbeitern erwirbt. Der Investor hatte schon andere Teile von Balda übernommen. Statt Überstunden gibt es nun Kurzarbeit. Die seit laufende Verhandlungsrunde wird Doha-Runde genannt.

Während einer Rezession entsteht oft starker innenpolitischer Druck zum Schutz der heimischen Wirtschaft durch Erhöhung der Zölle. Viele Ökonomen haben gezeigt, dass die damaligen Zollerhöhungen den Zusammenbruch des Welthandels verstärkt haben. Zölle oder andere Handelshemmnisse zu mindern durch Handelsabkommen, kann beidseitig der Grenze Vorteile erbringen vgl. Wohlfahrtsgewinn oder aber einseitigen Vor- und Nachteil. Extrem einseitig wirkt im Rückblick manch vorgeblicher Abbau von Protektionismus durch tatsächlich ungleiche Verträge.

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