Der Zapper-Philipp: Immer schlimmer


Er zeigt echte Messie-Situationen, aber im Mittelpunkt stehen die vier kreativen Menschen mit ihren Stärken und Problemen. Da sich die Vetragsfreiheit aus Artikel 2 GG ableitet, konnte ich gar nicht glücklich damit sein, hier eine Unterschrift leisten zu müssen. Wir möchten alle unsere Leser ermuntern, an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Steffisburger Landwirt muss Hof entrümpeln


Bald wird der Film auch auf DVD erhältlich sein. Bestellen kann man ihn auf der website des filmes: November zum Preis von Für Mitglieder des Verbandes LessMess - und nur für solche! Mitglieder bestellen dann bei info lessmess. Obwohl das Gedicht nicht spezifisch für Messies geschrieben wurde wird doch manchem Messie das Beschriebene nicht unbekannt vorkommen! Walter Guler hat es uns zugesendet mit dem Hinweis, den Namen des Autors nicht zu kennen Recherchen halfen da zwar nicht weiter, brachten aber ein dutzend Varianten aufs Tapet.

Ich treffe wen und nicke, weil er grüsst. Wenn ich nur seinen Namen wüsst! Wie heisst er nur? Ich kenn ihn doch. Ich forsche, grüble, denke nach, nichts rührt sich da zu meiner Schmach. Da sag ich mir ganz still, ganz leise: Das Alter kommt auf seine Weise. Vom dritten Stock steig ich herunter geh auf die Strasse frisch und munter. Da plötzlich frag ich mich verdrossen: Hab ich auch wirklich abgeschlossen?

Du könntest schwören einen Eid, steigst doch hinauf zu deinem Leid. Das Alter kommt auf seine Weise,. Brauchst du mal etwas aus dem Schrank, der gut gefüllt ist - Gott sei Dank! Kaum hast geöffnet du die Tür. Was wollt ich hier-?

Verstört bist du, dass in Sekunden was du vorgehabt - entschwunden. Da ruft es aus dem Hinterhalt: Mensch, du wirst alt! Drei Wochen bangst du - ungelogen! Steckt der noch etwa in der Wand? Bin ich inzwischen abgebrannt?

Und kommst Du dann woanders hin, bewegst du gleich in deinem Sinn, dein Sparbuch bestens zu verstecken, damit kein Dieb es kann entdecken. Brauchst du dann Geld, hast du indessen den heimlichen Platz total vergessen! O Gott - stöhnst du ganz starr vor Schreck: Was soll ich tun? Mein Geld ist weg! Zum Frühstück nimmst du drei Tabletten, die sollen dein Gedächtnis retten. Du fragst dich plötzlich ganz benommen: Hab ich sie eigentlich genommen? Ja - ist mein Denken denn noch dicht?

Und zweimal nehmen darf ich nicht! Nun - Alter komm und mach mich weise. Tausend Erinnerungen kamen hervor aus der Vergangenheit, sie lagen alle griffbereit. Nur eines ist es, was mich quält - der Name, ja, der Name fehlt. Damit's im Hirne aber nicht verdämmert, hast Du Dir's gründlich eingehämmert.

Vom zweiten Stock steigst Du herunter. Trittst aus dem Hause froh und munter. Doch plötzlich fragst Du Dich verdrossen: Hab' ich auch wirklich abgeschlossen? Du könntest schwören viele Eide Zum Frühstück gibt es drei Tabletten, die sollen Dein Gedächtnis retten. Da fragst Du plötzlich ganz beklommen: Hab' ich sie wirklich eingenommen? Ja, ist mein Denken denn noch dicht? Die Männer um den alten Fritz, ich sag' sie her auf einem Sitz. Und auch um Goethe die Gestalten, ich hab' sie alle gut behalten.

Unsre Geschwätzigkeit senilis, dem Hörer oft zu viel ist, zumal was gestern Du erzählt, auch heute im Gespräch nicht fehlt. Und, wie Erfahrung leider lehrt, auch morgen brühwarm wiederkehrt.

Was wollt' ich hier? Verstört bist Du, dass in Sekunden, das, was Du vorhast, ist entschwunden. Sitzt etwa der noch in der Wand? Und kommst Du dann woanders hin, bewegst Du gleich in Deinem Sinn, Dein Sparbuch bestens zu verstecken, damit kein Dieb es kann entdecken.

Brauchst Du dann Geld, hast Du indessen den heimlichen Platz total vergessen. Ei Gott, stöhnst Du, ganz starr vor Schreck - Was soll ich tun? Maschinen kann man reparieren und ihre Räder ölig schmieren. Und wenn Dein Radio verstummt, ein neues Drähtlein - und es summt! Doch, wenn der Kalk im Hirn sich dichtet, gibt's nichts mehr, was das Dunkel lichtet. Da fällt die düstre Stimme ein: Mensch - find Dich rein! Ja, ich weiss ich wiederhole mich: Nehmt am Basisseminar teil und setzt euch mit dem Loslassen auseinander!

Es ist niemand perfekt und wenn wir uns selbst ernst nehmen und an den Schwächen, die uns belasten, arbeiten, bringt dies uns weiter, vielleicht Erleichterung, eine neue Lebenseinstellung, Mut zum Aufräumen — Ausräumen und damit hoffentlich positive Erfahrungen!

Ein Wort zum voraus: Das am darauffolgenden Tag publizierte, nicht nur direkt fallbezogene Interview ist hervorragend! Eine einsame Frau ist in ihrer total vermüllten Wohnung in der Stadt Bern gestorben. Sie wurde knapp 50 Jahre alt. Niemand merkte, dass sie unter dem Messie-Syndrom litt: Annäherung an ein seltsames Phänomen.

Die Sache wäre noch lange nicht aufgeflogen — die Sache mit dem Messie-Syndrom, an dem die Frau litt. Im Wohnblock in einem Berner Aussenquartier kannte man die Endvierzigerin kaum, die elf Jahre lang dort wohnte. Was die Nachbarn nicht wussten: Hinter der Türe herrschte nicht biedere Gemütlichkeit, sondern das Chaos.

Gratiszeitungen und Werbematerial häuften sich. Nichts wanderte ins Altpapier oder in den Kehrichtsack. Papier, Schachteln, Katzenfutter-Verpackungen, Essensreste. Die Zimmertüren liessen sich nicht mehr öffnen oder schliessen. Der Müll war wie der Brei in Grimms Märchenbuch, der unentwegt aus dem Pfännchen quillt, weil sich niemand des Zauberworts entsinnt, das dem Kochen Einhalt geböte. Was wie ein Plüschtier aussieht, ist laut Zeugen der Kadaver einer echten Katze, die verhungert, vertrocknet und geschrumpft war.

In der Wohnung stinkt es bestialisch nach Exkrementen. Wer sich in dem Chaos bewegt, tut es vorsichtig wie ein Bergwanderer auf einem verschneiten Pfad. Auf einem Regal liegt das gelbe Postbüchlein, in dem sich die Frau die Einzahlungen quittieren liess: Trotz gutem Einkommen hinterliess sie ' Franken Schulden und offene Kleinkredite. Ein Foto an der Wand zeigt eine Frau.

Ist es die Verstorbene, aufgenommen in besseren Zeiten? Auf einem Regal liegen medizinische Lehrbücher: Die Frau war Krankenschwester. Die Frau sei telefonisch nicht erreichbar, man mache sich Sorgen. Die Polizisten finden sie — tot. Auf Anfrage äussert sich die Polizei aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur knapp.

Man kann somit die Todesumstände nur erahnen. Im Bett kann sie kaum gelegen haben, denn dieses ist von Müll bedeckt. Sass sie auf dem Sofa, auf dessen Polsterstoff sich ein Blutfleck befindet? Das Telefon liegt in Griffweite da. Wollte sie Hilfe anfordern — oder sah sie davon ab, da sie ihre Situation für aussichtslos hielt? Der Hauswart aber, der die Wohnung öffnet, weiss eines genau: Man habe die Wohnung versiegelt, wie immer bei Todesfällen unter unklaren Umständen, so die Polizei auf Anfrage.

Die Katzen seien umgehend in Obhut gegeben worden, das werde bei verwaisten Tieren automatisch veranlasst. Nach dem Leichenfund wird der Hauseigentümer verständigt, der in einer anderen Stadt lebt.

Mit Grausen vernimmt er vom Todesfall. Bei der Wohnungsbesichtigung schwant ihm, dass hohe Kosten auf ihn zukommen werden. Die Verwandten haben das Erbe unter dem niederschmetternden Eindruck bei der Wohnungsbesichtigung ausgeschlagen. Das angesparte Kapital der zweiten Säule der kinderlosen Verstorbenen werde jedoch an die Angehörigen ausbezahlt, wundert sich der Vermieter.

Hat man im ausserkantonalen Spital nichts gemerkt, wo die gelernte Krankenschwester in leitender Stellung tätig war? Wie ging das zusammen: Trotz Zusicherung voller Anonymität schweigt der Arbeitgeber. Auf Nachfrage schreibt der vorgesetzte Arzt knapp: Hansruedi Ambühl 63 führt in Bern seit vielen Jahren eine psychotherapeutische Praxis. Er hat mehrere Bücher über Zwangsstörungen geschrieben, zuletzt Messies suchen erst Hilfe, wenn sie unter Druck stehen.

Die Schilderung deutet auf einen schweren Fall hin, zeigt aber ein typisches Verhaltensmuster: Die Patienten sind unfähig, sich von Dingen zu trennen, auch von wertlosen. Das kann man halbwegs verstehen, aber völlig wertloser Müll? Für einen Messie ist das Fortwerfen von Dingen stets ein Problem. Er befürchtet, dass ein Gegenstand nicht zur Verfügung stünde, falls er ihn brauchte. Hat das Syndrom etwas mit Archivieren zu tun? Der Messie herrscht nicht über diese Dinge Anm.

Das griechische Wort archein bedeutet herrschen , er weiss oft nicht, was er besitzt. Wie unterscheidet sich das Messie-Syndrom von anderen Zwangsstörungen? Bei Messies geht es nicht direkt um Leben oder Tod. Das ist anders bei Zwangsstörungen, bei denen jemand ständig daran denkt, eine Person zu töten, oder wenn jemand panische Angst hat vor Infektionen oder vor einer Feuersbrunst.

Ist das Messie-Syndrom also bloss eine schrullige Macke? Nein, die Betroffenen leiden sehr, obwohl manche sogar fast stolz sind auf ihre Eigenart. Oft suchen sie erst Hilfe, wenn sie unter Druck geraten, wenn ihnen etwa der Vermieter mit Kündigung droht, falls sie die Wohnung nicht bis zu einem bestimmten Termin ausmisten.

Angehörige könnten den Messie in die Ferien schicken und in seiner Abwesenheit die Mulde bestellen. Dann wäre er bei der Rückkehr von der Last der Müllberge befreit. Das sollte man keinesfalls tun.

Ein Messie empfindet das nicht als Befreiung, sondern als Katastrophe. Man kann ihn damit sogar in den Suizid treiben. Gibt es überhaupt Therapien? Ja, aber man muss schrittweise vorgehen. Der erste wird mit Einwilligung des Patienten weggeworfen. Die Gegenstände auf dem zweiten behält er. Beim dritten entscheidet er innerhalb eines Tages, was damit geschieht. Allerdings führt auch dieser Weg nicht immer zum gewünschten Erfolg.

Einmal stoppte eine Person diesen Vorgang und warnte mich, sie könne für nichts mehr garantieren, wenn man damit fortfahre.

Ich habe ein halbes Dutzend Messie-Patienten behandelt und muss leider sagen: Die Bilanz ist sehr durchzogen. Wodurch wird das Messie-Syndrom ausgelöst? Oft hat es mit Verlusterlebnissen zu tun, häufig auch mit Traumatisierungen wie Schläge in der Kindheit.

Allerdings erklären Vorgänge in der Kindheit und Jugendzeit nie alles. Menschen entwickeln sich sehr verschieden. Nicht jeder wird also zum Opfer. Analytiker arbeiten oft stark das Leiden heraus. Als kognitiver Verhaltenstherapeut weiss ich zwar ebenfalls, dass sich das Syndrom nicht aus heiterem Himmel entwickelt hat, versuche aber, mit dem Patienten zu arbeiten. Wenn ein Schiff auf eine Sandbank aufläuft, muss man zunächst versuchen, es wieder flottzukriegen.

Die genauen Gründe für den Unfall kann man später suchen. Gab es Messie-Fälle schon früher? Das ist jetzt ein wenig spekulativ, aber es hat vermutlich auch mit der Überflussgesellschaft zu tun, in der wir leben. Wir besitzen im Gegensatz zu armen Leuten in früherer Zeit viele Dinge. Dauernd landen Prospekte und Gratiszeitungen im Briefkasten. Entsorgt man nicht ständig, kommt schnell ein Haufen zusammen.

Die verstorbene Berner Messie-Frau arbeitete in einem Spital. Wie ist das überhaupt möglich? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Frau am Arbeitsplatz nicht auffiel, also gewissermassen ein Doppelleben führte.

Oft konzentrieren sich Zwangsstörungen auf die eigenen vier Wände. Draussen funktionieren diese Menschen recht normal. Rückblick auf die Mitgliederversammlung Rückblick auf das Frühlingsfest Liebe Messies und Nicht-Messies Am 5. Mai fand die Mitgliederversammlung mit erfreulicher Beteiligung statt. Zum anschliessenden Frühlingsfest gesellten sich noch mehr Mitglieder, Gäste und Interessierte. Wie haben sich doch die Wünsche in den letzten hundert Jahren verändert!

Christian Morgenstern hat damals in einem Gedicht den grössten Wunsch eines Mannes beschrieben — und heute ist seine Erfüllung — auch wenn sie gratis ist - für die meisten Leute eine unangenehme Belästigung. Wir wünschen allen eine schöne, gute Sommerzeit.

Der Vorstand von LessMess. Mehr als 15 Mitglieder besuchten die Mitgliederversammlung. Dies ist eine Vervielfachung gegenüber , was den Vorstand sehr freute. Die Traktanden wurden speditiv behandelt.

Der umfangreiche Jahresbericht , die Jahresrechnung und der Revisorenbericht genehmigten die Stimmberechtigten einstimmig, obwohl trotz sparsamem Umgang mit dem Geld ein Defizit resultierte. Natürlich ist der Vorstand bemüht, die Mehrausgaben von gut CHF kleiner als budgetiert zu halten. Trudi Engelhardt liess sich vom Vorstand gewinnen, die Lücke zu schliessen. Sie stellte sich kurz vor.

Wir gratulieren Trudi zur einstimmigen Wahl. Die Co-Präsidenten und die übrigen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt. Claudia Habegger erhielt als Dank für ihre lang jährige Vorstandsarbeit einen … grünen Hut! Die nächste Mitgliederversammlung wird im Mai stattfinden.

Näheres wird auf der Homepage und im LessMess-Info publiziert. Herzlichen Dank an die Spender! Spätestens an dieser Stelle sollte ein Foto der schön gedeckten und dekorierten Tische stehen. Leider versagte die Elektronik meines Fotoapparates. Die Gäste werden sie in guter Erinnerung haben und diejenigen, die nicht ans Fest kamen, müssen der Einladung halt nächsten Frühling Folge leisten. Noch viel authentischer über das Fest berichtet ein Besucher folgendermassen: Nun, ich bin kein Mitglied des Vereins, aber ein Sympathisant dieser Bewegung und war seit bei jedem Fest dabei.

Ich fühlte und fühle mich an diesen Festen wie in einer Oase, inmitten der Welt der Konsumgesellschaft. Die Anwesenden empfand ich wie eine grosse Familie in einer ruhigen Atmosphäre. Gute Gespräche und Bekanntschaften mit ausserordentlich interessanten, sensiblen Menschen mit einem breiten Spektrum von Wissensgebieten waren möglich. Ich hoffe sehr und bin zuversichtlich, dass dieser Institution ein langes Leben beschieden sein möge.

Er brachte es Zustande, dass die porträtieten Menschen nicht als Spinner oder Verwahrloste dargestellt wurden, sondern mit Verständnis für Ihr Tun und mit feinem Gespür für die Anliegen ihrer Tätigkeit warb. Warum sammelt der Mensch? Sammeln um die Welt zu erklären? Haben wollen - Die Macht der Sammler. Elmira hat die Sendungen bestimmt aufgezeichnet. Meine Bandaufnahme davon sind auf alle Fälle archiviert.

Durch den rasanten technischen Fortschritt geht das Basiswissen über diesen Prozess verloren oder in Vergessenheit.

Dies ist die Triebfeder vieler sogenannten Messies, dieses Vergessen zu verhindern, indem sie Dokumente sammeln, bearbeiten und dem Vergessen durch ihre Sammlertätigkeit entreissen.

Mir selbst, und für mich kommt es bisweilen vor wie ein böser Zwang vieles meiner Interessen zu dokumentieren und für die Nachwelt retten zu müssen. Dabei stellt sich die Frage, was passiert eigentlich damit, wenn ich das zeitliche gesegnet habe? Gibt es Institutionen oder Archive die daran interessiert sind? In Museen werden viele Dokumente verschiedener Art aufbewahrt und einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dass ein ganzes Land als Museum eingerichtet würde, ist nicht vorstellbar. Für folgenden Generationen soll für deren Aktivität auch genügend Raum vorhanden sein. Aber die Geschichte prägt die zeitgenössischen Tätigkeiten. Oft, und das scheint mir besonders in der heutigen Zeit, grassiert eine Pietätlosigkeit gegenüber früherem Schaffen, besonders in der Architektur.

Da werden gnadenlos, noch gut bewohnbare Häuser mit deren Wohnungen abgerissen und durch seelenlose Betonklötze, Plattenbauten, die man hier vor 20 Jahren als Sowjetkommunistische Architektur kritisiert hatte , nun bei uns ersetzt. Oktober in Watt bei Regensdorf. Täglich dreimal ist er ganz Spannung. Düster schilt er auf den Mann, welcher, wie man weiss, nichts dafür kann. Endlich kommt er drauf zurück, auf das: Und bestellt dort, frisch vom Rost quasi: Und nun kommt von früh bis spät Post von aller Art und Qualität.

Jedermann teilt sich ihm mit, brieflich, denkt an ihn auf Schritt und Tritt. Palmström sieht sich in die Welt plötzlich überall hineingestellt …. Der Mättenfeldhof beschäftigt die Behörden schon seit langem, weil er vor alten Maschinen, Fahrzeugen, Geräten oder schlichtweg Schrott überquellt. Die Gemeinde Steffisburg hatte bereits ein erstes Mal die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes verfügt, was vom Bundesgericht bestätigt wurde.

Nachdem sich erneut Unmengen von mehr oder weniger brauchbarem Material aufgetürmt hatten, verpflichtete die kommunale Baupolizei den Bauern Ende erneut, die illegal gelagerten Gegenstände zu räumen und das Grundstück künftig nur noch zonenkonform zu nutzen. Das Bundesgericht hat nun in letzter Instanz die vom Betroffenen ohne anwaltliche Vertretung verfasste Beschwerde abgewiesen. Er hatte unter anderem geltend gemacht, dass ein beanstandeter Unterstand mit Fahrzeuglift schon über 60 Jahre auf den Hof stehe.

Der Anspruch der Gemeinde auf Herstellung des rechtmässigen Zustandes sei damit längstens verwirkt. Laut Bundesgericht geht die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz oder die Rechtssicherheit allerdings fehl, da eine Gefährdung des Grundwassers sowie von Leib und Leben der Hofbewohner oder von Passanten drohe.

Diese Gefahren und die konsequente Verhinderung von zonenwidrigen Bauten und Anlagen seien weit höher zu gewichten als das Interesse des Beschwerdeführers, in der Landwirtschaftszone weiterhin ausgediente Fahrzeuge und Geräte zu lagern. Der Handlungsbedarf ergebe sich ohne weiteres auch aus dem Fotodossier der Gemeinde.

Das von den Behörden verordnete Nutzungskonzept verletzt nach Ansicht der Richter in Lausanne auch nicht die Eigentumsgarantie. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen erscheine das Konzept als geeignete Massnahme, um in Zukunft eine Gefährdung von Gewässer und Menschen zu vermeiden. Zur Rechtfertigung seiner unbändigen Sammelwut hatte der Bauer in der Vergangenheit etwa angeführt, dass er im Gegensatz zu anderen Leuten alte Geräte nicht einfach wegwerfe, sondern eben flicke und weiterverwende.

So gehe er sparsamer mit Ressourcen um und schädige die Umwelt letztlich weniger als andere. Ich habe diesen Artikel ausgewählt um zu zeigen, wie hier nachlässig, ja gar perfide mit den Tatsachen umgesprungen wird: Es kann hier auch keine Rede sein von 'behutsam agierenden Behörden' - ganz im Gegenteil: Das gleiche Foto als Totale wurde in einem anderen Hetzartikel bereits vor über drei Jahren gezeigt und dabei regelrecht zum Denunziantentum aufgerufen: Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass die Passanten oder Nachbarn sich melden, wenn sie verdächtige Beobachtungen machen.

Letzten August wurde abermals dasselbe Foto veröffentlicht bereits etwas näher gezoomt unter dem Titel: Und wieder zieht er vor Bundesgericht.

Dabei ging es lediglich um die Mitteilung, dass Santschi vor Bundesgericht ziehe Waren damals die Kommentare noch mehrheitlich auf Santschis Seite und verteidigten die individuellen Freiheitsrechte, so sieht das heute eher anders aus: Es ist eine absolute Schweinerei, so etwas Jahrelang dulden zu müssen. Da ist es echt wohltuend, dass sich dann auch noch vernünftige Menschen mit Herz zu Worte melden: Ist jemand ein wenig anders k. Vielleicht ist es diesem Bauer in seiner Situation auch n.

Eine Möglichkeit wäre auch dem Bauer seine Hilfe anzubieten anstatt primitive Kommentare zu schreiben ". Irgendwie wird man aber den Verdacht nicht los, dass es hier um ganz andere Dinge geht als um das Messietum: Abgesehen davon, dass schlicht schluddrige Journalisten mit schnellen, unrecherchierten, vorurteilsbehafteten Artikeln möglichst mühelos ihr tägliches Honorar verdienen wollen es ist nämlich durchwegs stets derselbe Berichterstatter.

Das wäre ja letztlich noch begreiflich, wenn damit die Betroffenen selbst und viele andere Messies, die in vergleichbaren Situationen leben, nicht direkt in ihrer Existenz gefährdet würden.

Mitgliederversammlung am Samstag, 5. Sie geben Auskunft über sich und die Filmarbeit. Das gute Echo auf den Film — der auch im Ausland gezeigt werden wird! Im Mai steht die Mitgliederversammlung bevor, zu der wir euch alle ganz herzlich nach Wallisellen einladen. Für das Sommerfest, das wir gleich anschliessend an die Mitgliederversammlung feiern, hat Claudia schon viele Vorbereitungen getroffen und auch das Küchenteam unter der professionellen Leitung von Küchenchef Röbi ist engagiert.

Der Vorstand hofft wiederum viele gut gelaunte Gäste begrüssen zu dürfen. Es war ein interessantes, langes Gespräch mit einem Menschen mit Ordnungsschwäche über die Vereinbarung, die er und seine Familie miteinander getroffen haben. Ja, und dann muss halt vorher aufgeräumt werden, damit eine gründliche Reinigung möglich ist.

Ob ihr mit dem Aufräumen jetzt gleich beginnen wollt, dürft ihr selber entscheiden! Wie schon angekündigt tritt Claudia als Vorstandsmitglied von LessMess zurück. Seit der Vereinsgründung führte sie gewissenhaft und engagiert das Sekretariat und die Kasse. Glücklicherweise hat Claudia gleich selbst eine Nachfolgerin gefunden: Trudi Engelhardt stellt sich als neues Vorstandsmitglied zur Wahl an der kommenden Mitgliederversammlung am 5.

Die persönliche Einladung wird rechtzeitig zusammen mit der Einladung zum Sommerfest verschickt. Anmeldungen bis zum April werden mit Jetzt direkt online anmelden! Unser traditionelles Sommerfest hat sich mittlerweile zum Frühlingsfest durchgemausert. Dies aus gutem Grund: Um 15 Uhr beginnt nämlich unsere jährliche Mitgliederversammlung, die mit Vorteil nicht allzu spät im Jahr abgehalten werden sollte.

Ab 16 Uhr beginnt dann das Frühlingsfest. Sowohl Mitgliederversammlung wie auch Frühlingsfest finden am gewohnten Ort im reformierten Kirchgemeindehaus in Wallisellen statt.

Gleich geblieben ist die Adresse: Laufenstrasse 12, Basel und das Konto: Angepasst wurde die E-Mail-Adresse: Lass endlich Chaos Chaos sein und Kreativität gedeihen, dann wird Zusammenleben täglich nicht nur irgendwie erträglich, sondern auch erfreulich sein. Halte kleine Abmachungen ein und Du wirst sehen wie Du es kannst, wenn Du hinein ins Leben tanzt, gemeinsam mit den Leuten, die dir vielbedeuten.

Menschen mit Ordnungsschwäche brauchen manchmal mehr und manchmal weniger oder gar kein Chaos. Das Chaos spiegelt ihre innere Welt wider oder wie sie die Welt empfinden. Man kann das Chaos auf sein Zimmer begrenzen — selten lässt man gemeinsame Räume unaufgeräumt — und die Zimmer der übrigen Familienmitglieder sind tabu. Menschen mit Ordnungsschwäche lernen sich an diese Abmachungen zu halten und die Familie akzeptiert das Chaos in deren Zimmer. Das gegenseitige Verständnis kann wachsen und damit die Situation entspannen.

Die Familienmitglieder sagen oder schreiben, wenn es irgendwo im Gemeinschaftsbereich nicht aufgeräumt ist und sie gerne Ordnung hätten.

So können sie ihr Dauerräumen aufgeben und dann aufräumen, wenn das Chaos wirklich stört. Ein interessanter Mensch mit Ordnungsschwäche hat mir seine Gedanken mitgeteilt.

Herzlichen Dank für das spannende und positive Gespräch, das mich die Zeit völlig vergessen liess! Aber es brauchte doch noch ein bisschen Zeit, bis er sich einer breiteren Öffentlichkeit zeigen konnte. So richtig gefeiert wurde er eben erst in Zürich. Kein Zweifel mehr, wir reden vom neuen Film von Ueli, der wiederholt an den Vorstandsitzungen von LessMess auftaucht, um von seinem Projekt zu erzählen, von der nicht ganz einfachen Aufgabe, vier Messies vor die Kamera zu bringen und ganz speziell vom Urproblem aller Filmemacher, nämlich das nötige Kleingeld zusammenzukratzen.

Aber es hat sich gelohnt, wie wir jetzt alle sehen können: Nicht nur strömen die Leute in Massen in die Kinos, sondern die Journalistinnen und Journalisten schreiben sich die Finger wund, um über die Protagonisten, die kulturbeflissene und deshalb fleissig Musikkassetten mit Kultursendungen bespielende Elmira, unseren umtriebigen, genialen Computer- und Technofreak Thomas, der auch die LessMess-Webseite betreut, dem stotternden alten Radioapparaten neues Leben einhauchenden Karl und dem seine schrottverdächtigen Landwirtschaftsmaschinen in der Schutzzone herum manöverierende Arthur zu schreiben Messies häufen manchmal nicht nur Gegenstände, sondern auch Wörter an, womit jetzt der Berichtverfasser Johannes gemeint ist….

In der Diskussionsrunde der Filmkritiker bekannte Katja Nicodemus Die Zeit , dass sie, nachdem sie ihn in Locarno gesehen habe, anderntags gleich ihr Büro aufgeräumt habe.

Und hier standen nach der Vorführung gar alle Protagonisten auf der Bühne. Martin Walder, der renommierte Film- und Literaturjournalist moderierte die Fragerunde. Der Film löste Natur gemäss unterschiedliche Gefühle aus — nicht zuletzt auch Betroffenheit und Nachdenklichkeit. März durfte ich in Solothurn am Schluss der Nachmittagsvorstellung erneut Fragen beantworten. Sonniges Vorfrühlingwetter hielt offenbar viele potenzielle Besucher ab.

Ganze 15 Menschen fanden sich ein. Sie alle blieben, stellten viele Fragen und erzählten von ihren langjährigen, bewundernswerten Engagements zugunsten von Messies.

Es war eine halbstündige, sehr engagierte Diskussion, quasi en famille, wie sie wohl in einem vollbesetzten Saal kaum zustande gekommen wäre. Auch hier erwies sich, dass Qualität vor Quantität steht. In Zürich ist der Film — die Kinoszene ist hier auch viel grösser — auf grosse Resonanz gestossen: An der erwähnten Vorführung war der Personen fassende Saal fast voll und auch die folgenden Vorführungen seien überdurchschnittlich gut besucht worden, wie Beat Käslin von den Arthouse-Kinos auf Anfrage mitteilt.

Auf so einen ungewöhnlichen Sprössling reagiert auch die Presse. TeleZüri war live dabei. März brachte der Tages-Anzeiger und Bund eine ganze Seite, am 5. Dies nur einige von wahrscheinlich etlichen Beispielen. Ueli und Thomas, welcher Ueli auch beratend zur Seite stand, haben — ganz herzlichen Dank euch für eure grossartige Arbeit — ein Kind in die Welt gesetzt, dessen Rolle als Aufklärer in unserer Sache jetzt schon feststeht.

Der Film wirft hohe Wellen und wir werden weiterhin darüber berichten. So hat etwa am Dienstag, den Unter der Leitung von Karin Frei diskutierten: Die Sendung kann hier gesehen werden. Die Unterrichtsmaterialien sind kostenlos. Erfreulicherweise wurde der Film ' Messies, ein schönes Chaos ' in dieses Programm aufgenommen und wir hoffen auf interessante Diskussionen in den Schulen. Es wurde ein knapp seitiges! Unterrichtsmaterial dazu erarbeitet, das hier heruntergeladen werden kann.

Anmeldung für Klassenbesuche im Kino während der Schulzeit zu reduzierten Eintrittspreisen und Filmgespräche: März in vielen Schweizer Kinos angelaufen. Oder schaut hier für aktuelle Projektionsdaten. Eh i ma gar nid druflos di Stube ufzruume gäng tueni mi äxtra mit süsch öppis versuume. Zytige u Heftli lige ufem Ofe, Ruehbett u Tisch me chönnt se doch verruume wem e mit läse fertig isch.

Auf Zehn zählen beim Aufräumen. Das hat Frieda Habegger motiviert ihre Stube zügig aufzuräumen. Einmal im Jahr entrümpeln — mindestens eines Zimmers. Die so entstehenden ballastfreien Zonen schaffen Freiräume und setzen Energien frei.

Die Leute werfen zum Jahresende viel Ballast ab — sei es, um den Weg zum inneren Ich zu ebnen, oder meistens schlicht, um die überfüllte Wohnung, den Keller oder die Garage zu räumen.

Laut dem Leiter Robert Wasescha werden bis Leute pro Tag abgefertigt, während unter dem Jahr täglich durchschnittlich bis Abfall herbeitransportieren. An den Spitzentagen vom Dezember bis zum Silvester sind deshalb auf dem gesamten Hagenholz-Areal 21 Angestellte statt wie sonst üblich 10 im Einsatz, um die Leute beim Sortieren des Sperrguts anzuweisen, sie zu den Entsorgungsstellen zu leiten und den Verkehr zu regeln.

Das alte Jahr wird ausgemistet und aufs Gemüt drückender Ballast anderswo deponiert. Das hat neben psychologischen und philosophischen Erklärungen ebenso praktische. Bereits beim Vorstellungsgespräch würden Stellenbewerber und Lehrlinge — sie absolvieren die dreijährige Ausbildung zu Rezyklisten — darauf hingewiesen, dass sie in den letzten Tagen des Jahres intensiv arbeiten müssten und in dieser Zeit wegen des Hochbetriebs ein Ferienstopp gelte. Mit der Zeit wundere man sich nicht mehr darüber, was alles weggeworfen werde.

Verstellte Räume scheinen am Jahresende speziell zu belasten. Mit dem Ausmisten der Garage, des Kellers und des Estrichs soll offensichtlich auch einem Neuanfang der Weg geebnet und die innere Ordnung hergestellt werden.

Im Hagenholz jedenfalls herrscht Betrieb, als ob alle rundherum Feng-Shui-Ratgeber zu Weihnachten geschenkt erhalten und eingehend die Anleitung studiert hätten, wie sie dank einer Entrümpelung die Entdeckungsreise ins Ich antreten können. Obwohl die Leute teilweise hochwertige Produkte im Recyclinghof anliefern, wird dort alles strikt entsorgt — je nach Material entweder im Kehrichtheizkraftwerk oder über Schrott- und Elektrohändler.

Diese werden lediglich beim Sortieren unterstützt und an die Standorte der Wertstoff-Entsorgung geleitet. Allgemein werde gegenüber früher mehr Dreck und tatsächlich unbrauchbarer Abfall verarbeitet, sagt Filli. Sie führt diese Entwicklung darauf zurück, dass Ausrangiertes zunehmend in Brockenhäuser gebracht oder auf Internetplattformen versteigert wird.

Zudem sammelten ein Cargo-Tram und ein E-Tram für elektronische Geräte in den Quartieren tonnenweise nicht mehr gebrauchte Gegenstände ein. In gemieteten Kleinbussen und Privatautos, zu zweit oder allein, fahren Scharen von wild entschlossenen Aufräumern vor.

Sie hätten gerade Zeit, begründen die einen ihren Ausflug in den Recyclinghof, sie seien eben umgezogen und nutzten diese Gelegenheit zum Ausmisten, sagen andere. Seit über sieben Jahren arbeitet Sandro Flachsmann im Hagenholz. Die Arbeit bringe jeden Tag Neues und sei abwechslungsreich. Er schätze den Kontakt zu den Leuten, auch wenn nicht alle gleich geduldig und freundlich seien.

Entsorgen will gelernt sein. Wer noch nicht bereit war, der kann sich zum Beispiel an der Volkshochschule Zürich für das nächste Jahr wappnen. In der Ausschreibung heisst es: Jetzt ist es endlich soweit: Hier könnt ihr herausfinden, in welchem Kino eurer Wohnregion der Film gezeigt wird. Abspielzeiten entnehmt ihr der Tagespresse. Es gilt zu beachten, dass die Kinos das aktuelle Programm jeweils erst recht kurzfristig veröffentlichen.

Ulrich Grossenbacher und Protagonisten des Films werden an folgenden Vorstellungen persönlich anwesend sein und euren Fragen Red und Antwort stehen: Ganz besonders möchten wir euch den Besuch des Lunchkinos in Zürich nahelegen. Hier soll die Projektion am Februar in Gegenwart von Regisseur und Protagonisten zu einem richtigen Fest aufblühen. Auf der website www. Auf den Seiten des Filmportals Outnow.

Mit Kindern sollte man Messies, ein schönes Chaos besser nicht schauen. Sie werden nachher garantiert nie mehr ihr Zimmer aufräumen, weil: Doch ansonsten ist Ulrich Grossenbachers Film wärmstens zu empfehlen, denn er ist amüsant und beklemmend zugleich.

Untermalt von gelegentlich eingespielten melancholischen Jazzklängen, begleitet Grossenbacher seine vier Protagonisten bei ihren alltäglichen Adventure-Trips durch ihr eigenes Chaos. Dabei hängt er ihnen auch gerne mal eine Minikamera um den Hals, so dass der Zuschauer die gefährliche Tour aus der First-Person-Perspektive hautnah miterleben kann.

Dann wiederum sind höchst intime Szenen zu sehen, beispielsweise, wenn der zwanghafte Sammler Karl vor den Trümmern seiner Ehe steht und nicht fähig ist, etwas dagegen zu tun. Man weiss nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall gelingt es Grossenbacher, dem Zuschauer die auf den ersten Blick verschrobenen Charaktere näherzubringen.

Er bewahrt dabei stets eine leicht ironische Distanz, ohne aber jemals in Versuchung zu geraten, seine Protagonisten blosszustellen. Von den vieren kommt der Technikfreak Thomas im Vergleich zu den anderen deutlich zu kurz - dabei ist just er derjenige, der das Filmplakat ziert und für Schmunzler sorgt, wenn er mit dem "Messi"-Fussballshirt gestellt oder nicht?

Ob die Szenen mit ihm deswegen so vergleichsweise kurz ausgefallen sind, weil er als einziger der vier Porträtierten keine sichtbaren ernsthaften Probleme aufgrund seines Messietums zu haben scheint?

Vielleicht ist er auch nur der Schere zum Opfer gefallen. Möglich, dass die eine oder andere Räumungsszene auf Dauer etwas ermüdend wirkt und gekürzt hätte werden können. Verschwendete Zeit ist der Film dennoch nicht - im Gegenteil.

Bis zum symbolischen Schlussbild mit einer säuberlich ausgedrückten Senftube und dem folgenden Schlussong "Messi vielmal" höhö ist Grossenbachers Film ein konsequentes, unterhaltsames, aber auch nachdenklich stimmendes Porträt von vier Menschen, deren Sammeltrieb sie zu Aussenseitern der Gesellschaft gemacht hat.

Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen und wünschen jedenfalls schon jetzt allen sehr viel Vergnügen. Liebe Messies und Nicht-Messies Schon stehen die Festtage wieder vor der Türe und sicher auch schon mit einem Bein in der Wohnung mit Kerzen, Tannenzweigen, Weihnachtskrippen, Adventskalender und was uns sonst noch so freut in dieser eher grauen Jahreszeit. Dies ist das Schlussprogramm des LessMess-Infos Helene weist auf das neue Buch von Ursus hin, unserem grosszügigen Sponsor, und Thomas bringt aus den vielen Pressemitteilungen die interessantesten, gescheitesten oder auch unangenehmsten über Messies.

Alexander Frommherz arbeitet seit Jahren für Messies und hat seine Erfahrungen im Interview zusammengefasst. Johannes ist Ansprechperson für Studienarbeiten und hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Fröhliche Festtage und einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr wünscht euch das Redaktionsteam. Sie wird auch noch bis und mit dem nächsten Sommerfest tatkräftig dabei sein - merci! Nachfolgerin wird Trudi Engelhardt, die dem Verband seit langem nahe steht und sich nun dafür engagiert. Auch Ihr gilt unser ganz herzlicher Dank. Damit verbunden ist auch eine Adressänderung des Sekretariats.

Dieser Adresswechsel gilt nun ab sofort und die neue Anschrift lautet: Reserviert Euch dieses Datum! Mehrfach haben wir über den Film ' Messies - ein schönes Chaos ' berichtet.

Der Film kommt nun definitiv am 1. März in die Schweizer Kinos. Zuvor aber wird er noch an den Solothurner Filmtagen gezeigt, und das am:. Januar , 14h30 im Kino Canva Mittwoch, den Januar , 21h00 im Kino Reithalle.

Wüsse mir eigetlig wi wärtvoll mir sy Chöschtlegi Sache trage mir nämlig mit üs Edelmetall — gäng meh jedes Jahr Luege mir doch ds Silber i üsne Haar.

Das isch ja ganz es bsungrigs Edelmetall Eso hei mir allermüglichs guets Kapital. U de ygsetzt i de Hüfte oder de Chnöi Titan — was doch di Dökter alls chöi. Wenn ihr über Weihnachtsmärkte, Flohmärkte oder durch Warenhäuser schlendert, sollt ihr euch — bevor ihr schon zum Portemonnaie greift — fragen:. Ja, oft wird der Senioren-Service zuerst fürs Einkaufen angefragt und später dann fürs Reduzieren der vielen Sachen, weil vielleicht der Umzug ins Altersheim geplant ist.

Oder jemand braucht den Gartenunterhalt und dann später auch Hilfe im Haushalt, zum Putzen oder allgemein zum Aufräumen.

Es sind meistens Stammkunden, die uns schon lange kennen. Unsere Kunden bezahlen die Dienstleistungen selbst, deshalb haben wir auch mehr Möglichkeiten auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen als die Spitex. Wir sind für dringende Bedürfnisse für sie auch immer erreichbar. Zudem arbeitet immer die gleiche Bezugsperson mit den Kunden, ausser für Ferienablösungen. Wir freuen uns, dass ihr euch dafür interessiert, bei eurer Vertiefungs-, Matura-, Diplomarbeit etc.

Im Verlauf der letzten Jahre haben wir gut zwei Dutzend Anfragen erhalten und in der Folge entsprechend begleitet. Daraus können wir eine erfreuliche Bilanz ziehen:. Diese Erfolgsbilanz wirft allerdings auch ihre Schattenseiten: Die zeitliche Belastung durch solche Unterstützungen ist gross und manchmal kaum vereinbar mit den übrigen Aufgaben, die bei LessMess anstehen.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie wir die Situation für beide Seiten, also für uns sowie für die Verfasserinnen und Verfasser der Arbeiten, optimieren können. Die wichtigste gemeinsame Erfahrung ist diejenige, dass viele die Komplexität des Themas unterschätzen.

Dies und die angestrebte Optimierung führen uns zu einigen Ratschlägen und Forderungen: Wir erwarten gerne eure Anfragen direkt über studienarbeiten lessmess. Nun hat mich einer meiner hochintelligenten und gut informierten Leser per Mail darauf aufmerksam gemacht, dass das ein vergebliches Unterfangen sei. Denn es gebe die Entropie. Die sei Thema des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik — ich versuche die hoch komplizierte Mail zusammenzufassen —, und der sei ein Naturgesetz, das im ganzen Kosmos gelte.

Die optisch schönste — über die Wichtigkeit des Inhalts kann ich nichts sagen — hätte ich Ihnen gerne präsentiert. Doch als ich die Ansammlung von griechischen und lateinischen Buchstaben kopierte, kam das heraus:. Nun habe ich nicht nur hochintelligente Leser, sondern ebensolche Freunde. Einer von denen erklärte mir, dass genau das Entropie sei: Aus Schönheit und Ordnung wird zwangsläufig Unordnung. Es habe also gar keinen Sinn aufzuräumen, egal ob es sich um Messie-Wohnungen oder ums Fernsehprogramm handelt.

Laut Naturgesetz wird sowieso alles immer schlimmer. Leider betrifft uns das in eigener Sache: Immerhin wurde sie bereits über 2' mal angeschaut.

In den letzten paar Wochen nun haben sich Leute entschlossen, Kommentare zu schreiben. Leider geht es um Wortwechsel, die mit der Sache eigentlich rein überhaupt nichts zu tun haben. Das Phänomen ist bekannt: Vermutlich handelt es sich hier auch um ein psychologisch erklärbares Verhaltensmuster. Ich kopiere hier zwei Kommentare: Teilweise sind das Faule Menschen die keine Sauberkeit kennen Harz 4 Kassieren fressen ficken und im Dreck leben wollen.

Ob es wirklich eine Krankheit ist weis ich nicht aber Faulheit ist es jedenfalls. Man kann es mal unordentlich zu Hause haben aber bei einigen Messies ist es im Dreck leben wegen Faulheit weil sie ihren Arsch nicht hoch bekommen. In seinem neusten Buch räumt Ursus Wehrli den Alltag auf: Weiteres zu den Büchern vom Künstler findet ihr auf: Ursus Wehrli ist Linkshänder, Querdenker und gelernter Typograf.

Sie wurden mehrfach ausgezeichnet — u. August stellte Ursus Wehrli sein neues Buch in Zürich vor. Schweizerische und deutsche Medien freuen sich über dieses Buch und stellen es detailliert vor. LessMess Sekretariat Postfach 42 Knonau. Ein Interview mit Herrn Manser, Rechtsanwalt. Jetzt gewinnt er auch noch den Berner Filmpreis. Der Film kann nur wärmstens empfohlen werden: Schaut ihn euch an!

Er kommt am 1. März in die Kinos. Zur oft sehr schwierigen Wohnsituation und der häufig drückenden finanziellen Lage von Messies werden Fragen von Rechtsanwalt Manser beantwortet. Im Pressespiegel hat Thomas einen zum Interview passenden, aktuellen Artikel gefunden. LessMess wünscht allen einen schönen Herbst.

Die Selbsthilfegruppe hat ein grosses Potenzial, einander für neue Perspektiven und Handlungsweisen zu ermutigen. Wer ist nicht schon einmal in einer Sackgasse gesteckt und hat den Ausweg fast nicht gefunden? Kreative und positive Vorschläge, andere Sichtweisen können einen Weg aus einer schwierigen Lage zeigen. Er absolvierte eine anerkannte Zusatzausbildung als Mediator.

Die Krankenkasse wird wohl nur für die Gesundheitskosten aufkommen, sofern und soweit das Messie-Symptom Krankheitswert aufweist und eine ärztliche Betreuung notwendig ist. Die Preisverleihung findet am Eine unabhängige Fachjury der Berner Filmförderung zeichnet dieses Jahr zwei Dokumentarfilme, einen Spielfilm, einen Animationsfilm und einen Kurzfilm aus. Sein Film ist witzig und traurig zugleich, schafft das Kunststück, dass wir hinter sich türmenden Bergen von Gerümpel nicht Verwahrlosung sondern Menschen mit ausserordentlichen Fähigkeiten entdecken.

In diesem tiefgründigen Spiegel unserer Wegwerfgesellschaft verschwimmt der Unterschied zwischen Krankheit und Normalität, während sich die Notwendigkeit gegenseitiger Toleranz verdeutlicht.

Mit ihrem ersten Kinospielfilm "Silberwald" schafft es Christine Repond, den Prozess einer Rechtsradikalisierung von jungen Menschen intelligent und sensibel nachzuzeichnen. Angesiedelt im Emmental, baut der Film in ruhigen Bildern und mit wenig Worten eine beklemmende Atmosphäre auf und erzählt uns eine universelle und aktuelle Geschichte. Die Regisseurin beeindruckt mit einem guten Drehbuch, grossem Einfühlungsvermögen und einer starker Handschrift. Dem feinfühligen Dokumentarfilm "Bouton" von Res Balzli gelingt es, eine todkranke junge Schauspielerin im letzten Jahr zu begleiten und dabei gleichzeitig nahe und respektvoll zu sein.

Der Animationsfilm "Eisprung" von Loretta Arnold ist erfrischend, kurz und bündig. Der Macherin gelingt es, mit einfachen Mitteln, der ältesten Frage der Welt nachzugehen: Sie vermag die Frage zwar nicht zu beantworten, doch auf sehr humorvolle und starkem Text amüsant und gescheit zu beleuchten.

Der junge Filmemacher Gregor Frei inszeniert in seinem Kurzfilm "Handschlag" gekonnt eine Geschichte, die auf einer Schweizer Baustelle spielt und wunderbar aufzeigt, wie schnell es geht, durch einen inneren Konflikt mit seinem Umfeld in ein Dilemma zu geraten. Die Fachjury des Berner Filmpreises betont, dass die eingereichten Filme für den Berner Filmpreis gegenüber den Vorjahren qualitativ und quantitativ einen Quantensprung gemacht haben.

Noch nie zuvor wurden so viele hochstehende Berner Filme eingereicht. Insgesamt 44 Filme visionierte die Fachjury innert drei intensiven Tagen.

Die Preisverleihung ist öffentlich und der Eintritt ist frei. An der Preisverleihung werden auch Ausschnitte aus allen fünf ausgezeichneten Filmen gezeigt. Notiz an die Redaktionen Zur öffentlichen Preisverleihung vom Mittwoch, November um Mieter und Vermieter leben nicht immer friedlich miteinander.

Sie sind besonders betroffen weil in diesen Gebäuden oft keine ausreichende Wärmedämmung vorhanden ist. Im Grunde müsste man 20 Mal am Tag lüften und natürlich auch nachts, aber das ist natürlich nicht zumutbar. Schimmel ist besonders von Oktober bis April ein Problem, da es kalt und feucht ist und sich diese Feuchtigkeit dann an den kältesten Stellen der Wohnung festsetzt.

Früher waren es die Eisblumen an den Fenstern, doch durch nachträgliche Isolierverglasung sucht sich die Feuchtigkeit jetzt andere Stellen. Entscheidet sich der Vermieter für eine vernünftige Wärmedämmung, ist das Thema jedoch schnell vom Tisch. Wir hatten gerade noch einen Fall, wo 40 Euro Vorauszahlung geleistet wurde und dem Mieter nach der Abrechnung Euro als Nachzahlung berechnet wurden.

Das ist wie eine zweite Miete. Wenn der Vermieter die Nebenkosten zuvor zu niedrig kalkuliert, ist es praktisch ein Lockvogelangebot. Man sollte sich vor Abschluss des Mietvertrages informieren, wie hoch die Nebenkosten wirklich sind. Eigenbedarf anzumelden ist vor allem bei Eigentumswohnungen ein wiederkehrendes Phänomen. Jüngst hatten wir den Fall, dass eine Wohnung zwangsversteigert wurde. Noch bevor der Käufer den Zuschlag bekam, wollte er den Mieter zu einer Anpassung des Mietvertrags bewegen.

Nachdem der Käufer das Objekt ersteigert hatte, gab es sofort eine Kündigung wegen Eigenbedarf. Eingezogen ist der Käufer natürlich nicht. Leider gibt es für solche Geschichten immer wieder Menschen, die das auch noch bezeugen. Abzuraten ist übrigens davon, in einem Zwei-Familienhaus einzuziehen, wenn dort eine Wohnung vom Eigentümer bewohnt wird. Der hat nämlich in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht.

Das sagt Haus und Grund: Werner Weskamp, Geschäftsführer von Haus und Grund. Wir bei Haus und Grund verstehen darunter solche Personen, die schon bei Abschluss des Mietvertrags wissen, dass sie innerhalb kürzester Zeit nicht mehr in der Lage sind, zu zahlen. Meist wird eine Monatsmiete bezahlt und dann kommt nichts mehr. Oft kommt es dann zu Grimms Märchenstunde — so geben viele Mieter der Bank die Schuld und erklären, dass das überwiesene Geld zurückgekommen sei, obwohl sie nie überwiesen haben.

Private Vermieter sind meist sehr geduldig, auch wenn schon drei oder vier Monatsmieten ausgeblieben sind. Oft bleibt dann nur die fristlose Kündigung und eine Räumungsklage. Auf den Kosten, die oft im vier- oder sogar fünfstelligen Bereich liegen, bleibt der Vermieter meist sitzen. Nicht selten sind diese Wohnungen bei der Räumung extrem unhygienisch.

Weil der Strom schon lange abgestellt ist, machen sich im dennoch prall gefüllten Kühlschrank Maden breit. Dieses Szenario zu vermeiden, ist für den Vermieter nicht einfach. Künftig will die Bundesregierung. Ein-Euro-Jobs auch in privaten Unternehmen zulassen. Verarmt, und die reine Arbeitskraft zu Markte tragend, sollten sie sein. Als Lehrer- und Freiberuflerpartei fehlte ihr perse das Einfühlungsvermögen für die werteschaffenden Arbeitnehmer.

Um den Leser nicht zu verwirren, möchte ich hier im Text am bestehenden Machtverhältnis Arbeitnehmer versus Arbeitgeber festhalten, obwohl doch evident ist, dass der Arbeiter die Arbeit gibt und der Boss die vollbrachte Arbeit Dienstleistung entgegennimmt und dem Arbeiter einen Teil des daraus erzielten Ertrages als Entlohnung überlässt.

Der erste Besuch beim Fallmanager. Ich stellte konsterniert fest: Wer seit Einführung der Hartz-Gesetze erwerbslos wird, gleicht einer armen Sau. Aber noch irgendetwas hatte sich zuvor offensichtlich gravierend geändert. Zu der Zeit glich diese Arbeitsagentur mehr einem Hochsicherheitstrakt. Bulliges Security-Personal am Eingang.

Der Haupteingang hatte mittlerweile zwei Eingänge. Man beachte die Wortwahl! Ich war ein Fall? Dies klang den verantwortlichen kreativen Köpfen wohl zu positiv. Ich fühlte mich auch nicht wie ein Fall der gemanagt werden musste. Ich wollte nur einen Job haben. Da allein entsteht schon das Gefühl von Machtlosigkeit. Denn wer sie ausschlägt, kann umgehend Sanktionen in Form von Leistungsentzug zu spüren bekommen.

Nach meinem Verständnis kann man Einladungen auch ablehnen - diejenigen der Jobcenter jedoch nicht. Ich gewann recht schnell den Eindruck, dass Fallmanager generell anderen gerne zeigen, dass sie diejenigen sind, die nun via SGB II sprich: Sozialgesetzbuch zweites Buch Macht besitzen und ausüben dürfen.

Wo Menschen Macht über andere haben, kommt es auch zu Machtmissbrauch, das zeigen die vielen Klagen über willkürliche und ungerechtfertigte Sanktionen.

Wie ich später erfuhr, waren seine Kolleginnen und Kollegen mehrheitlich nicht anders. Diese Art des Auftretens hatte offensichtlich Methode und war unübersehbar gewollt.

War es nicht schon schlimm genug, wenn der eigene Arbeitsplatz aus betriebsbedingten Gründen wegfiel und man sich neu orientieren musste? Aber das war ja genau die von der Poltik gewollte Taktik: Niemand soll sich bei der Arbeitsagentur wohl fühlen. Niemand sollte gerne zur Arbeitsagentur gehen, sich gut aufgehoben fühlen.

Jeder soll sie fürchten und meiden. Das betraf auch die Fach- und Führungskräfte, die Akademiker. Die Menschen sollten lieber eine schlecht bezahlte Arbeit annehmen als zur Arbeitsagentur zu wollen. Die Fallmanager und die Arbeitsvermittler sind die willigen Helferlein.

Nun muss ich vorab doch einmal etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Ich habe mit Begeisterung Elektrotechnik studiert. Damals war das Bafög, also Geld nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, noch auf der Basis eines Volldarlehens.

Später, nach einigen Berufsjahren, musste ich es wieder zurückzahlen. Einige Jahre danach studierte ich aus eigenem Impetus Wirtschaftsingenieurwesen und während der Diplomarbeitsphase noch ein Semester Wirtschaftsethik. Beide Studiengänge absolvierte ich in der Sollstudiendauer. Und zwar auch für diejenigen, die sich bereits im Studium befanden.

Das empfand ich als Vertrauensbruch. So etwas macht man nicht. Man nicht - Politiker schon! Wenn mir die Studiengebühr nicht passt, könne ich mich doch auf das Armenrecht berufen. Mir blieb nichts anderes übrig als zähneknirschend zu zahlen. Mittendrin aufhören kam für mich nicht in Frage. Dieses Zweitstudium wollte ich unbedingt erfolgreich zu Ende bringen. Die Gesamtnoten beider Studiengänge waren 2,3 und 2,4 - in den wichtigen Fächern mit sehr gut. Erarbeitet zu einer Zeit, als sich die Professoren noch mit der Höhe der Durchfallquote überboten.

Ich studierte immer, weil mich der jeweilige Studiengang interessiert hat. Dafür opferte ich sehr viel Freizeit, was es mir auch Wert war.

Eigentlich doch eine ganz schöne Ausbildung mit Aussicht auf eine nette Karriere. Diplom-Arbeitsloser zu werden kam mir nie in den Sinn. Im Nachhinein jedoch, war es ein Riesenfehler, nicht eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen zu haben. Dann wäre mir der ganze Mist, über den ich hier berichte, erspart geblieben. Denn die berufliche Schiene klappte nicht so reibungslos wie erwünscht.

Der Lebenslauf wurde lückenhaft betriebsbedingte Kündigung, Zeitvertrag, Projekte Irgendwie war da der Wurm drin. Und älter wurde ich leider auch noch mit der Zeit - welch ein Faux Pas. Mit über 40 Jahren war ich vielfach bereits zu alt! Sehr früh auftretende Bandscheibenprobleme, beschränkten die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Aber Bauarbeiter oder Möbelpacker wollte ich auch nie werden. Mehr introvertiert als extrovertiert.

Als Beifahrer im Wagen sage ich, rechts abbiegen, wenn ich links meine und links, wenn ich rechts meine. Freunde können dies bestätigen Den zerstreuten Professor könnte ich eher abgeben als einen agilen Handwerker. Ein Theoretiker eben und kaum ein Praktiker. Wenn ich mich umdrehe, werfe ich mit dem Hintern häufig noch die Dinge um, die ich zuvor aufgebaut habe. Aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund versuche ich jedoch immer wieder den Neuaufbau.

Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit muss es auch irgendwann einmal klappen. Auch eigne ich mich nicht zum Gefolgsmann, da ich eine Aversion gegen Sätze im Imperativ habe. Als ich nun das erste Mal bei dem Herrn K. Ein Ablehnungsgrund kann nur körperliches oder geistiges Unvermögen sein. Einen Satz später fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte im Ausland zu arbeiten. Vorwurfsvoll schaute er mich über seinen Brillenrand an und meinte: Er drehte sich zu seinem Computer, tippte hektisch auf der Tastatur und meinte: Sogar eine Einarbeitung bzw.

Gefordert ist lediglich absolute Schichtbereitschaft - auch am Wochenende. Möglicherweise gab es ja Aufstiegschancen. Ich war noch Optimist. Aus dem Drucker schob sich quietschend das Stellenangebot, das mir Herr K.

Sehr geehrter Herr Obergassel, ich freue mich, Ihnen folgende Arbeitsstelle vorschlagen zu können: Wenn ich die Fahrkosten davon abziehe, bleibt doch nicht genug übrig. Das ist doch eher etwas für Hinzuverdiener, Hausfrauen usw. Vor der Tür, draussen auf dem Gang stand ich da, wie ein begossener Pudel. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einem Arbeitsberater vor vielen Jahren nach dem ersten Studium. Damals schwärmte die Presse von dem ersten Call-Center in Dortmund.

Qualifizierte Leute geben Hilfestellung in Hot-Line. Da sind sie nur eine unterbezahlte graue Maus mit Kopfhörer. Da rate ich Ihnen dringend von ab. Arvato ist eine Tochtergesellschaft von Bertelsmann, fand ich heraus. Bertelsmann Buchclub und die verruchten Drückerkolonnen fielen mir zu dem Namen auch spontan ein. Für mich war dies alles nichts Vertrauenerweckendes. Als ich dort eintraf, das Unternehmen war mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ideal erreichbar, sah ich viele Menschen hin und herlaufen.

Es war wohl gerade Pause. Von denen lächelt keiner - so wie auf den tollen Werbeprospekten. Ich wurde in einen Raum gebeten, in dem schon ca. Es wurde ein Fragebogen verteilt, den wir in den nächsten 10 Minuten ausfüllen sollten. In dem Fragebogen wurden unter anderem Fragen gestellt wie: Habe sie schon einmal in einem Call-Center gearbeitet? Nein Telefonieren Sie gerne? Nein Benötigen sie eine Sehhilfe?

Ja Bereitet Ihnen längere Monitorarbeit Probleme? Ja Wie sind Sie auf arvato aufmerksam geworden? Nach einiger Wartezeit in dem total verräucherten Wartebereich wurde auch ich hereingebeten. Die Vorstellung einen Job mit Schichtdienst von 5: Und dann ausgerechnet bei einem Call-Center.

Ein Bekannter, der sich mit den Methoden dieses Wirtschaftszweiges auskannte sagte mir, ohne Out-bound kann man dort kein Geld verdienen.

Out-bound, das heisst Kundenackquise. Die zweifelhaften Methoden dafür kennt in diesem Land mittlerweile jeder. Auch bei mir ging mindestens einmal am Tag das Telefon, bei dem sich ein Call-Center-Mitarbeiter meldete um mir irgendetwas zu verkaufen.

Häufig genug wurden sie frech, als ich mir weitere Anrufe verbeten habe. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, bzw. Kommt der Kunde nicht zum Unternehmen, kommt das Unternehmen eben zum Kunden.

Oftmals allerdings zu aufdringlich. Natürlich hatte ich in der Zwischenzeit auch etliche andere Bewerbungen geschrieben. Leider ergab sich kein alternatives Jobangebot und das Warten auf eine Antwort erwies sich. Ich faxte dem Fallmanager das Formular von Blatt zwei des Vermittlungsvorschlags, das er mir mitgegeben hatte, mit dem von mir eingetragenen Ergebnis zu. Es war leicht vorstellbar für mich, dass mein Fallmanager Herr K.

Mürrisch und bitterernst, wie ich ihn bisher kennengelernt hatte, erläuterte er mir die düsteren Jobaussichten. Schlechte Arbeitsmarktlage - bla, bla Schon eine Weile aus dem Berufsleben raus - bla, bla Flexibilität gefordert - bla, bla Dann schwieg er plötzlich, schaute in seine Akte und wippte mit dem Kopf hin und her.

So, als ob er jetzt scharf nachzudenken hätte, welche Schikane er für mich aus dem Hut zaubern könne. Dann tippte Herr K. Puh - was hatte ich doch für ein Glück nicht korpulent zu sein und nicht zufällig ein Job als Elvis-Imitator frei war. Kommunikationsgeräte bei Kunden verkaufen. Dafür hätte ich dann Provision bekommen - klar, ich kenne natürlich so etwas: Ach ja, ich wurde natürlich auch, so wie es seit üblich war, zur Unterschrift einer Eingliederungsvereinbarung wirtschaftlich genötigt.

Also unterzeichnete ich die Verpflichtung sechs Bewerbungen pro Monat zu schreiben und mich auf die angebotene Stelle zu bewerben. Er suchte Volltrottel zum abmelken! Natürlich bedeutete der Empfang eines derartigen Schreibens bereits puren Stress. Ich wurde als erwachsener Mensch genötigt, mich dafür zu rechtfertigen, warum ich so und nicht anders gehandelt hatte. Warum ich nicht freudestrahlend gerufen habe: Er verlangte die Bewerbungsunterlagen zu sehen, die ich laut Anschreiben mitzubringen hatte.

Ich musste es wie ein kleiner unartiger Junge über mich ergehen lassen, dass mir mangelnde. Aber ich will noch einmal davon absehen. Ich habe da noch ein anderes Angebot für Sie. Zu dessen Rekultivierung sollten bis zu Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. Gut 80 - 90 Leute waren bereits im Einsatz. Und eine Bewerbung bräuchte ich auch nicht schreiben, meinte Herr K. Ein Wort, bei dem jeder rechtschaffende Deutsche hellhörig werden sollte. So haben sich die Zeiten gewendet.

Seit Gerhard Schröders Kanzlerschaft rot-grüne Bundesregierung , rechtfertigte jede nachfolgende Parteienkonstellation, ganz gleich ob schwarz-rot oder schwarz-gelb, die Agenda und erwartete von Erwerbslosen Begeisterung und Dankbarkeit dafür.

Im übertragenen Sinne fühlte ich mich von Herrn K. Im Geiste stellte ich mir den Herrn K. Und das waren im Nachhinein betrachtet, sogar noch die mildesten Fantasien. Ich sagte ihm, dass auf Grund meiner lädierten Bandscheiben eine derartige Tätigkeit für mich nicht infrage käme.

In der Zwischenzeit hätte ich mich jedoch beim Beschäftigungsträger einzufinden, meinte Herr K. Ich war einmal mehr unsäglich ohnmächtig und zutiefst gedemütigt. Dann brauchte ich nicht so viel erklären. Gerade die Orthopäden nagen ja so heftig am Hungertuch. Keine Zwangshaltung in gehockter, gebeugter Stellung. In der Lehre zum Elektromaschinenbauer mussten wir die unterschiedlich schweren Elektromotoren und auch die Acetylen- und Sauerstoffflaschen mit der Sackkarre in der ersten Stock der Lehrwerkstatt zwei Treppen hochschleppen.

Wie das unter den Azubis so ist, gibt es ja immer auch ein Kräftemessen untereinander. Wer ist der Stärkere, wer kann mehr heben? Gerade wenn die Sackkarre nicht verfügbar war, nutzten einige die Gelegenheit zu zeigen, wie stark sie sind und sagten: Man wollte ja nicht als Schwächling gelten. Aber selbst wenn Motoren wie Gasflaschen zu zweit getragen wurden, war die gebeugte Haltung dabei als andere als rückenfreundlich.

Den Meister kümmerte das alles wenig bis gar nicht. Er hatte andere Zielvorgaben. Das Resultat waren frühe Rückenprobleme. Der Arzt verordnete Fangopackungen, die nach ein paar Anwendungen auch Besserung brachten.

Wer denkt mit 17, 18 Jahren schon an die Langzeitfolgen? Eine Einladung, die man nicht ausschlagen darf. Vielen Dank Herr Schröder! Offenbar entsprach ich nicht der gewohnten Klientel. Ingenieure sah man dort wohl nicht so oft. Der junge Mann sagte sogleich: Sie können wir hier nicht gebrauchen.

Wir verstehen uns als Beschäftigungsträger der auch Wert auf eine Qualifizierung im Bereich der Garten- und Landschaftspflege legt. Wir glauben nicht, dass jemand mit Ihrem Qualifikationsprofil bei uns gut aufgehoben ist. Die Antwort las sich für mich wie: Auf Grund der Gesetze Wie schön man sich doch hinter Gesetzen verstecken kann!

Das war zu allen Zeiten so. Sie fragte, ob sie intervenieren solle, was ich aber verneinte - ich wollte sie ja nur über die Machenschaften der ARGE in Kenntnis setzen, die das Ergebnis der in meinen Augen vermurksten Arbeitsmarktreformen eben dieser Partei waren. Die nächste Einladung kam schnell. Schon kurze Zeit später musste ich wieder zu meinem Fallmanager. Über die Beschwerde bei seinem Chef war der Herr K. Als Erzieher Kinder am Computer betreuen. Kinder empfindeich nur als Nervensägen.

Ich bin schwul, das macht es noch heikler. In England müssen sogar Kinderbuchautoren und Schulbusfahrer beweisen, dass sie nicht pädophil sind. In dieser Eingliederungsvereinbarung stand: Niemand würde dies freiwillig unterschreiben!

Und antreten zur Arbeitsgelegenheit müsse ich sowieso, wenn ich mich weigern würde, streicht man mir sämtliche Leistungen , beeilte er sich anzufügen. Wie sollen solche Drohungen Selbstvertrauen aufbauen??? Ich empfand das als Nötigung und fragte mich: Wie tief ist dieses Land nur gesunken? Wo mag das alles nur hinführen?

Von meinem Wohnort aus gesehen am anderen Ende der Stadt, so dass es unökonomisch gewesen wäre mit dem eigenen PKW zu fahren, aber unabdingbar, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Wenn das kein kluger Schachzug war! Aber dafür ist die Mehraufwandsentschädigung ja gerade da. Sie ist kein Lohn!

Für mich war dies eine kontinuierliche Demütigung. Das war nicht meine Welt. Es war aber nicht leicht, dies der personalverantwortlichen Person einige Tage später zu verdeutlichen.

Es drängte sich mir der Eindruck auf, dass sich Herr E. Abzüglich der Mehraufwandsentschädigung von Euro für mich, als die zugewiesene Person, wäre der überwiegende Anteil als sogenannter Verwaltungsaufwand an den Träger geflossen. So wurde mittlerweile Kohle gemacht! Aber das hat mir mein Fallmanager Herr K. Erst später erfuhr ich wie hier die Kohle gescheffelt wird. Es war nicht schwer zu erkennen, wie sehr sich eine ganze Branche zunehmend auf die Zuweisung von Ein-Euro-Kräften ausgerichtete.

Plötzlich knallte der Personalmensch dieses sogenannten Entwicklungszentrums mit der flachen Hand auf den Tisch und brüllte: War etwa ich das Ziel dieses Handschlags? Hatte ich nur Glück, dass die Tischplatte herhalten musste? Er wiederholte das mantraförmige Geschwafel einiger Politiker aus den zahlreichen Talksendungen die gerade liefen: Für mich war klar, dass nur ein interessengeleiteter Mensch diese Argumententationsriten vertreten konnte, ohne vor Scham in Grund und Boden zu versinken.

Lediglich durch Hinweis auf Art. Ganz sicher wurde mein Verhalten dem Fallmanager gemeldet. Ich hatte ja durchaus noch Hoffnung auf einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Das perfide an den Hartz-Gesetzen ist, dass man zum Faktotum degradiert wurde - zum Mädchen für alles.

Für Arbeitnehmer aber natürlich immer mit dem Blick von einer bestimmten Qualifikationsstufe hin zu einer tieferen Stufe, sogar zu einer ohne jegliche Qualifikation.

Präferenzen zählten nun nicht mehr. Noch nicht einmal Eignungen. Die Hartz-Gesetze verlangten von den Menschen für alles geeignet zu sein. Auch zuvor umworbene technische Fach- und Führungskräfte sollten nun Stiefmütterchen pflanzen, Kinderhüten und auch das Schneeschippen lernen. Mir stellten sich folgende Fragen: Lernten Sozialarbeiter dieses brave Mitspielen an der Universität bzw. Zu diesem Termin nahm ich die Röntenaufnahmen meines Orthopäden, sowie das Attest von ihm und meinem Augenarzt, bei dem ich auch noch vorher war, mit.

Ich trug zu meinem Anzug, Mantel, Aktenkoffer einen Hut. Einen Hut wie gläubige Juden in tragen! Dies sorgte für etwas Verwirrung und starrende Blicke. Erstaunlich, wie schnell man doch auffallen kann, wenn man sich bezüglich der Kleidung etwas von der Masse abhebt. Ein Hut reicht schon. Damit wollte ich meinen Unmut über die Situation einer quasi erzwungenen medizinischen Untersuchung ausdrücken.

Es war für mich sehr bedrückend und entwürdigend von der JobCenterARGE per se als Simulant mit Gefälligkeitsgutachten in der Hand betrachtet und nun, natürlich wieder mit der Drohung von Nachteilen für meinen Leistungsbezug bei Verweigerung, zur. Untersuchung geschickt zu werden, um meine Glaubwürdigkeit zu beweisen.

Sie währte jedoch nur kurz und der Mediziner wurde schnell sachlich. Die vorgelegten Atteste wurden aufmerksam gelesen. Erleichtert war ich von der Reaktion des Amtsarztes, der die mitgebrachten Röntgenaufnahmen begutachtete: Ein Ausdruck, der mir bewies, dass ich nun nicht mehr als Simulant betrachtet werden konnte. Auch meine Sehschwäche wurde mit rot-grün gepunkteten Test-Täfelchen verifiziert.

Das Heben und Tragen von 15Kg wurde mir durchaus zugetraut. Der Blick des Amtsarztes war fragend und ich sagte ihm, dass es davon abhängt wie weit und wie oft ein Gegenstand von diesem Gewicht getragen werden müsste und besonders in welcher Haltung das Heben erfolgt. Okay, Ergebnis war, die vollschichtige Einsatzfähigkeit, die ich mir unter den bestimmten Voraussetzungen auch zutraute, wurde an diesen Punkten festgemacht. Für eine Untersuchungsmethode die simpel und unwissenschaftlich anmutete, stimmte das Ergebnis überraschend exakt mit den Aussagen meiner Ärzte überein.

Da hätten meine röntgenologisch nachgewiesen lädierten Bandscheiben aber auch wirklich vor Freude getanzt. Der nächste Bandscheibenvorfall hätte sich schon am ersten Tag ereignet. Aber auf solche Befindlichkeiten wird nicht ohne weiteres Rücksicht genommen. Möglicherweise, damit Mediziner auch was verdienen dürfen? Mein Fallmanager Herr K. Über meine berufliche Zukunft habe ich zuletzt mit meinen Eltern geredet - da war ich 15!

Mit wem ich über meine berufliche Zukunft rede, das entscheide, bitteschön, ich. So langsam wurde ich aufmüpfiger. Aber alles Aufregen nutzte nichts. Er, der Fallmanager, war der Ansicht, so ein Englischlehrgang wäre genau richtig für mich. Ich bin nun mittlerweile ein mündiger Bürger von 47 Jahren und kein Pennäler mehr. Nur das war offenbar sein Ziel. Ist schon ein Hammer. Man darf der Weiterbildungsbranche dienen - als Instrumentalisierter.

Natürlich wird man ganz bewusst entrechtet und gedemütigt , drangsaliert und kujoniert. Diese Person durfte also bestimmen, was ich zu lernen habe. Das war also mit fordern und fördern gemeint. Eine Mitbestimmungs- und eine Aushandlungsmöglichkeit gab es nicht.

Ich wurde zu einem Subjekt degradiert und wähnte mich plötzlich in unsere unsägliche Vergangenheit zurückversetzt. Die Welt bekam einen bitteren Geschmack. Ich musste mich mit ihr erst intensiver auseinandersetzen. Heute ist mir klar: Der Neoliberalismus ist eine zutiefst menschenverachtende Doktrin - natürlich nur für Habenichtse. Wenn von Liberalismus geredet wird, wird gerne die Freiheit des Individuums beschworen. Gemeint ist jedoch nur die Freiheit wirtschaftlich aktiv zu werden.

Eine kurze aber lesenswerte Broschüre habe ich hier zum Download: Ich willigte in die Weiterbildung ein - mir blieb ja auch nichts anderes übrig - da ein wenig Englischaufbesserung ja nicht schaden konnte. So stand es auf dem Formular in dem wir unsere Personalien eintragen sollten. Auch fühlte ich mich nicht besser, als mir klar gemacht wurde, dass ich einen Teil der Fahrkosten selbst zu tragen hätte - immerhin 20 Euro von den ach so üppigen Euro damals.

Für fünf Kilometer, einfache Strecke. Damit war die Fahrkarte nicht drin. Für meine sechswöchige Verwahrung sollte ich also noch Geld mitbringen. Dies sah ich jedoch nicht ein und strampelte die fünf Kilometer in die Dortmunder City mit dem Fahrrad ab - auch bei strömenden Regen.

Es dauerte Stunden, bis ich trocknete. Etliche um mich herum wurden zwischenzeitlich wegen Erkältung krank. Ich habe mir geschworen bei dem kleinsten Hüsteln zum Arzt zu gehen. Aber ich war die ganze Zeit topfit. Und so stand ich diese staatlich gewollte Folter durch. Sie haben den Fehler begangen erwerbslos zu werden.

Dann konnte ja nix mehr schief gehen. So ging dies die ganzen sechs Wochen. Immerhin hatte ich mich ganz bewusst neben dem hübschesten Kerlchen dort gesetzt, so hatte ich zumindest eine Augenweide für diese trostlose Zeit. Auch war diese Person mit einer guten Portion aufheiternder Ironie gesegnet, die ich sehr schätzte.

Ach ja, wir haben in dieser Zeit acht Filme gesehen. Sie wurden mit dem Beamer an die fleckige Wand geworfen. Okay, Kino wäre teurer gewesen - doch hätte ich hier selbst entscheiden können, in welchen Film ich gehe und in welchen nicht.

Und dies ist ja halt der springende Punkt: Die gleichsame Entmündigung - von Staats wegen sozusagen. Nur, weil man erwerbslos ist!

Die Akademikerverwahrung fiel in die Karnevalszeit. Es war ja Februar. Nur für ihre Grundrechte, die doch unübersehbar erodierten, kämpfen sie nicht. Ich fragte mich, ob sie die Veränderungen in diesem Land nicht wahrnehmen wollten oder sie nur in eskapistischer Manier ausblendeten.

Im Dritten Reich wurde die Narrenzeit gezielt ideologisch genutzt und heute ist es anscheinend auch nicht anders. Sind es nicht gerade die heutigen Ingenieure, die Unternehmen wettbewerbsfähig machen und halten sollen? Sind es nicht die. Finanzmanager tragen nicht dazu bei, wie wir nun wissen. Weder mit erwerbslosen Ingenieuren noch mit anderen Personen sollte der Staat so umgehen, wie es die Hartz-Gesetze ermöglichten.

Es wäre gut möglich, dass ich sie in der Schublade liegen lassen und wieder vergessen würde. Die für die Hartz-Gesetze verantwortlichen Politiker erzeugten somit keine positiven Emotionen. Millionen Menschen mussten sich bisher mit den Hartz-Gesetzen herumplagen.

Wie viel Aufwand an Ressourcen und Energie mag dies alles gekostet haben? Nur um die Arbeitskräfte billig und willig zu halten, damit die oft überzogenen Renditeerwartungen von Unternehmern und Finanzakrobaten realisiert werden können?

Nur um eine Armutsindustrie aufzubauen, die Jobcentermitarbeiter, Geschäftsführer von Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Anwälten etc. Ab dieser Zeit setzte ich mich auch mit der Theorie des bedingungslosen Grundeinkommens auseinander. Hartz IV ist offener Strafvollzug.

Es ist Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität. Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Ein Recht auf ein bedingungsloses Grund- einkommen. Wohlverhalten gebunden, das einzig Sinnvolle ist.

Besser weltweit zur Vermeidung von Migration! Ein Jobangebot hatte er natürlich nicht für mich. Sehr geehrter Herr Obergassel, bei Ihnen wurde die Notwendigkeit einer beruflichen Qualifizierung festgestellt. Mit diesem Gutschein werden die Kosten für die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung übernommen.

Ich fühlte mich wie mehrfach geohrfeigt. Wie pervers war das denn? Durchzuführen bei der c. Ich solle mich bei dem Unternehmen melden, sagte Herr K. Ich sagte ihm natürlich, dass ich kein Interesse an einer Praktikumsstelle habe und lieber einen fair bezahlten Arbeitsplatz hätte.

Damit wurde ich definitiv wirtschaftlich genötigt, diese Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Folglich habe ich neben die Unterschrift geschrieben: Ich habe sie halt unterschrieben - aber hatte ich wirklich eine echte Wahl? Oder gar straffällig werden, weil ich meine Existenz aufrechterhalten will und muss?

Über ein Angebot für eine schaffbare und natürlich bezahlte Arbeit, idealerweise im Ingenieursbereich, hätte ich mich doch riesig gefreut. Somit war ich der JobCenterARGE und ihren ganz offensichtlich feudalistischen Machenschaften, inclusive meinem ach so fürsorglichen Fallmanager, machtlos und erniedrigend ausgeliefert.

GmbH Dortmund verdiente sich dumm und dusselig: Der Beitragszahler hat es ja. Zusätzlich musste ich in der für mich so fürsorglich vorbereiteten Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, auf jede Art von Schadenersatzforderung der ARGE gegenüber zu verzichten. Leider wurde mir davon keine Kopie ausgehändigt. Heute würde ich mich strikt weigern dies zu unterschreiben, bzw. Aber damals war ich ja massiv eingeschüchtert.

Drohung der Leistungskürzung nicht, hier aktiveren Widerstand zu leisten. Dort stand dann explizit: So änderten sich die Zeiten!

Niemand kann mir erzählen, dass dies ein gesellschaftlicher Fortschritt ist. In mir keimte ein anderer Verdacht. Als Ein-Euro-Jobber darf man nur gemeinnützig, also für die Allgemeinheit tätig werden. In der Regel für ein halbes Jahr, manchmal auch länger - damit es sich für die Träger so richtig lohnt.

Was also ist zu tun? Natürlich länger als zwei Monate - ist doch klar. Besser kann man die Wirtschaft nicht subventionieren! Kostenlos arbeiten war schon immer mein Wunsch: Toll, wie vorbereitet er war.

In den vier Monaten Schulung sollte das Programm also so aussehen: Rudimentäre Grundlagen aus einem Wirtschaftsstudium! Inclusive marginale Computerkenntnisse, ein wenig hiervon, ein wenig davon. Und das knappe zwei Jahre nach meinem recht erfolgreich beendeten Wirtschaftsstudium! Ich konnte und kann dieser Behandlung nichts abgewinnen.

Diesmal jedoch hatte es auch etwas von Dressur, ja, gar etwas von Gehirnwäsche, wie ich später erfahren sollte. Es kam mir so vor, als sollten wir in der Weiterbildungsbranche zum Homo oeconomicus umgebogen werden. Ironie und Zynismus sollte aus unseren Sätzen verschwinden. Und um diese wahrzunehmen, sollten wir unsere Ellenbogen benutzen und nur an unseren persönlichen Vorteil denken.

Wir waren nur Mittel zum Zweck. Aber dazu nachher mehr. In diesem Leben nicht mehr! Obwohl die Wirtschaftaftselite und die ihr hörigen Politiker gegen den Willen der Bürgermehrheit agiert, wunderten mich die jeweiligen Wahlergebnisse immer wieder aufs Neue.

Hier werden die Wähler manipuliert. Natürlich wollte ich mir auch nicht meine Persönlichkeit verbiegen lassen, nur um vermarktungsgerechter zu werden! Das stand für mich ebenso fest. Durch die Anweisung des Fallmanagers genötigt, rief ich bei dem Weiterbildungsinstitut am nächsten Tag an. Dort wurde mir gesagt, ich solle eine Bewerbungsmappe zusenden, was ich dann auch zwangsläufig tat. Es ging nur darum, zu sehen, wen man vor sich hat.

Einige Tage später, es war Mitte April , wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich suchte im Erdgeschoss das Büro auf, stellte mich vor und sagte warum ich erschienen bin. Sie führte mich in einen winzigen Raum. In dem Kabuff wartete ich gute fünfzehn Minuten und nutzte die Zeit um in den ausliegenden Werbebroschüren zu blättern. Meine ersten Gedanken waren: Wofür gibt es Universitäten, wofür Bibliotheken, wenn es so viel in privaten Weiterbildungsinstituten zu lernen gibt?

Die junge Dame, Frau F. Sie glaubte offenbar, jeder würde entsetzlich leiden, wenn sie nicht zugegen war. Als sie sich mir gegenüber setzte, erzählte sie lang und breit wie toll das Bildungsprogramm doch sei und wie hoch die Erfolgsquoten nach dem Praktikum. Ich sagte ihr, dass ich ein Wirtschaftsingenieurstudium erfolgreich abgeschlossen hätte - vor erst zwei Jahren! Ich machte deutlich, dass ich die Methode, den Unternehmen kostenlose Arbeitskräfte zuzuschanzen durchaus durchschaut hätte.

Wenn man den alten Lehrsatz der BWL-Consultants berücksichtigt, dass jede Entscheidung im Unternehmen den Wert des Unternehmens mehren soll, dann gilt dies auch für die Entscheidung Praktikanten einzustellen. Das macht man nebenbei. Diesen sollte ich unterschrieben so schnell wie möglich zusenden. Die sind so gierig, die nehmen jeden!

Es fiel mir leicht, zu überblicken wie das Geschäftsprinzip funktioniert, deshalb war mir schon damals klar: Diese Weiterbildungsinstitute , die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, delektieren sich am Elend von uns Erwerbslosen und auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler.

Manche dieser Institute kann man durchaus auch als ideologische Schulungsstätten bezeichnen. Menschen werden für die Wirtschaft dressiert. Selbst wenn der hochautomatisierten Leistungsgesellschaft die produktiven Arbeitsplätze schwinden, die Weiterbildungsbranche schult die Erwerbslosen gerne - aus Eigennutz natürlich.

Aber wehe, ich hätte mich nicht lernbereit gezeigt! Heer der Erwerbslosen eingegliedert zu werden. Die nächsten Kursteilnehmer warteten schon auf ihr Praktikum. Möglicherweise hält sich der ein oder andere auch ein wenig länger am Firmament der Leistungsgesellschaft - das ist ja durchaus möglich. Irgendwann beginnt dann alles wieder von vorne: Diese Ähnlichkeit drängte sich mir geradezu auf. Leider verschloss die Masse der Bürger die Augen. Nicht nur die erniedrigenden Hartz-Gesetze, auch die Ausnutzung von Praktikanten wurde von der Mehrheit ganz offensichtlich akzeptiert.

Nach dieser Studie waren fast 50 Prozent der von Hochschulabsolventinnen und - absolventen durchgeführten Praktika unbezahlt und dauerten im Durchschnitt fünf Monate. Ich fand das nicht akzeptabel. Ich denke, es war wie immer: Solange es nicht der eigene Arsch ist der brennt, kümmert sich niemand darum.

Bedauerlicherweise schafft der nicht tangierte Bürger auf diese Weise ein Klima der Duldung für massive Eingriffe in Bürger- bzw. Menschenrechte - nicht nur von Erwerbslosen. GmbH Dortmund natürlich auch noch zustimmen musste. Erwerbssuchende - ein Schwerstverbrecher!

Das Perfide ist jedoch, dass allen von klein auf gesagt wird: Jeder kann es schaffen, wenn er sich nur intensiv bemüht. Diese verbale Motivationsspritze gilt für so viele Lebensbereiche. Dennoch steckt eine dreiste Lüge in der Aussage. Denn nicht alle können beispielsweise Führungskräfte oder Unternehmer werden.

Nach Oben hin wird die Luft immer dünner. Uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund wurde die gleiche Motivationsmöhre vor die Nase gehalten. Mit solchen Sätzen wird gern deutlich gemacht, dass diejenigen, die keinen Job haben, oder bekommen, halt selbst daran schuld sind. Sie haben sich eben nicht genug bemüht. Dies ist die Individualisierung des Scheiterns! Die Messlatte wird in einer Wettbewerbsgesellschaft zwangsläufig immer höher gelegt.

Die Arbeitswelt ist dadurch autoritärer geworden als sie noch 10 oder 20 Jahre zuvor war. Das ist doch devinitiv kein gesellschaftlicher Fortschritt. Und man darf sich durchaus die Frage stellen: Muss das denn sein? Es ginge auch anders. Zum Beispiel mit dem erwähnten bedingungslosen Grundeinkommen, wie sie der Prof. April auf die Frage ob das. Möglicherweise hilft der Klimawandel dabei.

Es dauert vielleicht nur noch ein paar Jahrzehnte Der Vertrag zwischen mir und dem Weiterbildungsinstitut c. GmbH Dortmund kam wie befürchtet ganz flott mit der Post.

Da sich die Vetragsfreiheit aus Artikel 2 GG ableitet, konnte ich gar nicht glücklich damit sein, hier eine Unterschrift leisten zu müssen.

Ich wollte eine Arbeit und ein Einkommen und kein Praktikum. Wenn ich meine Gefühle bei diesem grundgesetzwidrigen Zwang zur Unterschrift beschreiben soll, dann waren da in meinem Kopf Chaos, Wut, Hoffnungslosigkeit - ja, auch Hass. Ich halte es für vollkommen normal, wenn man in dieser Situation sinistre Gedanken bekommt.

Man braucht in Deutschland heute doch niemanden mehr zu foltern oder gar schlimmeres antun. Dann gibt man ihnen einen verblödenden Ein-Euro-Job, durch den die Trägergesellschaft auch noch gut verdient. Oder steckt sie in eine eher weniger als mehr sinnvolle, von der JobCenterARGE finanzierte, und für den jeweiligen Träger noch wesentlich lukrativere, Trainings- bzw. Dort werden den Zwangsteilnehmern ihre evtl. Auch Kritiker des Mainstreams, also dem heutigen Neoliberalismus, müssen erst gebrochen werden!

Dies alles geschieht in der Armutsindustrie, die sich heute den Millionen Erwerbslosen annimmt. Dann wird die Umerziehung zum wertschaffenden Faktotum zur psychischen Folter. Die Politiker der etablierten Parteien spucken ihm dabei im übertragenen Sinne ins Gesicht. Ich halte dies für schikanös und für eine staatsrechtliche Spielform des Sadismus.

Meine Gefühlswelt an diesem Tag war nicht im Geringsten das, was man ausgeglichen nennen könnte, als ich mich auf den Weg machte. Die Tür stand offen. Als ich in den Raum blickte, guckte ich mir gleich wieder den nettesten Typen aus, neben dem ich mich setzen konnte.

Aber auch das hob meine Stimmung nicht. Ich war total niedergeschlagen. Fühlte mich hilflos, leer und irgendwie allein gelassen. Den anderen Teilnehmern schien es ähnlich zu gehen. Sie starrten eher apathisch vor sich hin. In ihren Gesichtern konnte ich keine freudige Erwartung lesen. Nach und nach füllte sich der Raum. Die Leiterin der c.

Da war er wieder. Dieses Praktikum diente ja nicht der beruflichen Orientierung oder der akademisch fundierten Qualifizierung. Nein, wir sollten einfach nur arbeiten. Zur Belohnung bekam man lediglich theoretisch wenigstens eine Jobchance.

Heute bekommt man keinen Job, heute bekommt man eine Chance auf einen Job. GmbH Dortmund, waren eine unglaublich heterogene Truppe, und sollten nun für fünf Monate kostenneutral für die Unternehmen schuften. Nicht nur ich war über die meiner Ansicht nach arbeitsmarktpolitische Ungeheuerlichkeit die hier ablief empört. Die meisten fügten sich nach und nach in ihr Schicksal. Bei mir jedoch hielt sich diese Empörung am längsten.

Die Dinge passten einfach nicht in mein Weltbild. Zum feinen aber wichtigen Unterschied, hier ein Blick auf: Zeigt sich ein Kandidat nicht willig, so unterstellt man ihm mangelnde Leistungsbereitschaft und droht ihm mit der Kürzung, respektive dem Entzug, seiner üppigen Existenzsicherung damals noch Euro. Die Nazis sagten früher: Ein Schelm, wer hier eine Ähnlichkeit sieht! Wenn es sogar erzwungene Praktika als sozial hinstellt, weil doch gütigerweise Arbeit geschaffen wurde? Narürlich war das die falsche Frage.

Die richtige hätte lauten müssen: Dafür bin ich ja viel zu wissbegierig, viel zu neugierig. Das liegt in meiner Natur. Neue Dinge zu lernen gibt mir einen Kick, macht mir Freude. Aber was ich lerne, das möchte ich immer noch selbst bestimmen - sonst komme ich mir vor, wie zur Reprogrammierung abkommandiert um meine wirtschaftliche Nutzbarkeit und Verwertbarkeit zu erhöhen. Die viermonatige theoretische Phase brachte mir als studiertem Wirtschaftsingenieur, wie zu erwarten war, nichts Neues.

Ich musste langweilige Wiederholungen über mich ergehen lassen. Da hätte ich auch zu Hause in meine Bücher schauen können. Eine der auf Honorarbasis arbeitenden Lehrkräfte war zwar ziemlich humorvoll, so dass ich diese Stunden recht entspannend fand.

Aber das tröstete mich nicht über die Grundsituation hinweg. Ebensowenig brachte die Computerschulung. Lediglich die Handouts waren für uns nützlich. Geschätzter Marktwert je Exemplar: Das Pimpen der Bewerbungsunterlagen war zwar durchaus sinnvoll, aber dafür hatte es auch ein Tage-Crash-Kurs getan.

Das war natürlich nur vorgetäuscht und ich kannte seine verneinende Antwort auch bereits im Voraus. Mir ging es jedoch darum den anderen Teilnehmern vor Augen zu führen, dass zwar über 4. Den Teilnehmern Euro für Garderobe zu geben, wäre sicherlich eine nachfrageorientierte Vorgehensweise. Heute beherrscht jedoch die angebotsorientierte Form unser Wirtschaftsleben. Klar, dass ich nicht widerstehen konnte. Ich konnte doch mein ketzerisches Mundwerk nicht halten. Ich sagte ihm, dass ich dieses System der Weiterbildungsbranche und der vorgesehenen Praktikantenzuschanzung durchaus durchschaut hätte.

Das ich durchaus wüsste, dass der Arbeitsmarkt uns, mit unseren unterschiedlichen und oft multiplen Defiziten, nicht wirklich braucht. Nach diesem Besuch durch Herrn Ö. Ein Nachhaken durch wen eigentlich? Man sei dann mit ihm zum Therapeuten gegangen, der ihm dann Pillen verschrieben hätte.

So läuft das also: Wer nicht spurt, dem droht man mit psychiatrischer Zwangs- Behandlung. Das war wirklich ein starkes Stück. Ein gesundes Misstrauen ist doch im Hinblick auf über Jahre Arbeitnehmergeschichte, mit den vielen Arbeitskämpfen um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne vollkommen normal.

Leider passt man auch heute die Arbeitsprozesse nur ungern den Bedürfnissen der in diesen Prozessen tätigen Menschen an. Man passt die Menschen den Arbeitsprozessen an und bezeichnet dies als Optimierung. Wer in diesen Arbeitsprozessen durch Erschöpfung Symptome von Schwäche zeigt, dazu gehört auch Zynismus, Bitterkeit, Gleichgültigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, dem wird ganz unverhohlen empfohlen sich psychotherapeutisch und psychopharmakologisch behandeln zu lassen um seine individuellen sozialen und beruflichen Kompetenzen zu erhöhen.

Um den Anforderungen der Wirtschaft heute zu genügen, betreiben immer mehr Arbeitnehmer, und sogar schon Studenten, freiwillig Neuro-Enhancement um ihr Verhalten zu optimieren. So kann man auch Märkte generieren. Unser Personalentwickler, Herr B. Er trank ein Glas Wasser halb leer und fragte, wer lieber sagen würde, dass das Glas halb leer sei und wer eher meinte, das Glas sei halb voll.

In Punkto Selbstmotivation sparte er ebenfalls nicht an der oberflächlichen Argumentation wie die professionellen Motivationstrainer bei denen die Leute am Ende der Veranstaltung glückselig lächelnd den Saal verlassen.

Diese durften meist zuvor horrende Eintrittspreise bezahlen. Selbstdarstellung und freie Rede wurde geübt. Dies kannte ich aus dem Studienfach Rhetorik und man kann es eigentlich nicht oft genug üben.